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Satellitenboom macht Funkfrequenzen zum strategischen Investmentfaktor

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Die weltweite Satellitenwirtschaft wächst rasant. Seit 2020 hat sich die Zahl der aktiven Satelliten in der Erdumlaufbahn von rund 3.400 auf mehr als 16.000 nahezu verfünffacht. Maßgeblich verantwortlich ist der Ausbau satellitengestützter Breitbandnetzwerke in niedrigen Erdumlaufbahnen. Gleichzeitig gewinnt die direkte Datenübertragung zwischen Satelliten und Smartphones zunehmend an Bedeutung. Für Investoren entstehen dadurch neue Chancen, insbesondere im Bereich knapper Funkfrequenzen.

Nach Einschätzung von Evelyn Chow, Portfoliomanagerin beim Investmentmanager Neuberger, zählen Funkfrequenzen zu den wichtigsten begrenzten Ressourcen der Raumfahrtwirtschaft. Ihre Nutzung unterliegt regulatorischen Vorgaben und erfordert entsprechende Frequenzrechte. Diese bestimmen, welche Unternehmen Daten an Mobiltelefone, Schiffe, Drohnen oder andere vernetzte Geräte übertragen dürfen.

Besonders relevant sind niedrigere Frequenzbereiche, da sie sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften besser für die direkte Kommunikation zwischen Satelliten und Smartphones eignen. Mobiltelefone verfügen lediglich über kleine Antennen und eine begrenzte Sendeleistung, weshalb stabile Verbindungen auf geeignete Frequenzbereiche angewiesen sind.

Während für den Ausbau des terrestrischen 5G-Mobilfunknetzes in den Jahren 2019 und 2020 zusätzliche Frequenzen im höheren Spektrum bereitgestellt werden konnten, sind die verfügbaren Kapazitäten in den niedrigeren Frequenzbereichen deutlich stärker begrenzt. Dadurch gewinnen bestehende Frequenznutzungsrechte zunehmend an wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung.

Für Anleger könnten insbesondere Unternehmen interessant sein, die bereits über entsprechende Lizenzen verfügen. Entscheidend sei dabei nicht nur der Besitz der Frequenzrechte, sondern auch deren regulatorische Absicherung und langfristige Nutzbarkeit. Solche Unternehmen könnten bei Kooperationen oder Übernahmen eine wichtige Rolle spielen.

Darüber hinaus sieht Chow Investitionspotenzial bei Unternehmen, die gezielt zusätzliche Frequenzrechte erwerben, um ihre Marktposition auszubauen. Raumfahrt- und Technologiekonzerne wie SpaceX, Rocket Lab und Amazon investieren in den Zugang zu geeigneten Frequenzbereichen und versuchen damit, langfristige Wettbewerbsvorteile aufzubauen.

Angesichts der zunehmenden Satellitenaktivitäten und des wachsenden Bedarfs an direkter Satellitenkommunikation könnte der Zugang zu knappen Funkfrequenzen künftig zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor innerhalb der Weltraumwirtschaft werden.

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